West-Sahara-Fahrt: von Oued Ma Fatma nach Tarfaya (130 km)

Dieser Beitrag gehört zur Artikel-Serie “Unsere Fahrt in die West-Sahara”

Wir verlassen den Stellplatz vom Oued Ma Fatma und biegen wieder nach Süden auf die N1 ein. Die Landschaft bleibt steinig braun. Nach 10 Kilometern erreichen wir die ersten günstigen Tankstellen der West-Sahara (GPS: 28.175385 N, -11.879016 W). Andere Reisende empfahlen uns noch 20 Kilometer weiter bis nach Akhfennir zu fahren, denn dort soll der Diesel noch billiger sein.

Ab hier wird die Straße deutlich schlechter. Der Straßenrand ist „ausgefranst“ bzw. beschädigt. Dadurch verringert sich die Straßenbreite spürbar. Unser blauer Kastenwagen kommt den LKWs im Gegenverkehr näher als wir es gern wollen! Alle 50 Meter liegen zerfledderte Reifen neben der Straße. Volle Konzentration ist gefragt!

Ca. 2 Kilometer vor dem Ort Akhfennir befindet sich gleich rechts neben der Straße eine kreisförmige Absperrung aus dicken Seilen mit einem Durchmesser von ca. 50 Metern (GPS: 28.107048 N, -12.037555 W). Hier gibt es einen Einbruch mit Verbindung zum Meer!

Loch mit Verbindung zum Meer
Einbruch mit Verbindung zum Meer

Immer wieder brechen Wellen durch die Meeresöffnung hinein. Ein marrokanisches Fernsehteam dreht hier gerade eine Dokumentation.

TV-Team bei der Arbeit
TV-Team bei der Arbeit

Überrascht waren wir als ein „DJI Phantom 2“ – Quadrocopter gestartet wird um Aufnahmen aus der Luft und dem Inneren des Einbruch-Loches zu machen. Wir erleben einen geübten Copter-Piloten, der bei dem starken Wind diesen Flug souverän meistert. Respekt!

Quadrocopter des TV-Teams
Quadrocopter des TV-Teams

Wir fahren weiter nach Akhfennir um ein wenig einzukaufen und zu tanken. In dem kleinen Ort gibt ein paar Läden für Lebensmittel, ein paar Gemüsehändler und Restaurants. Mehr als das Basis-Sortiment haben wir hier nicht erwartet und auch nicht vorgefunden.

Akhfenir
Akhfennir

Leider können wir hier nicht unsere rote Afriqua-Gasflasche tauschen! Es gibt hier nur die gelben oder gelb-grünen „Sahara-Flaschen“.  Wir tanken noch schnell für 5,93 DH je Liter Diesel am südlichen Ortsausgang von Akhfennir. Also noch etwas günstiger als bei unserer Reifen-Reparaturwerkstatt in El Ouatia. Wir könnten hier neben der Polizei auch übernachten (GPS: 28.09572 N, -12.04918 W / gute Internetverbindung), entscheiden uns aber doch für eine Weiterfahrt.

25 Kilometer nach Akhfennir treffen wir auf den Abzweig zum Khnifiss-Lagune-National-Park (Naila) (GPS: 28.004372 N, -12.241288 W). Die Lagune ist eine langer, landeinwärts führender Meeresarm. Wir parken mit Blick auf die Lagune und den gegenüberliegenden Dünenstreifen und machen erst einmal Mittagspause (GPS: 28.028097 N, -12.240285 W).

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Ein Fischer kam gleich und teilte uns mit, dass wir bis 17 Uhr wieder fahren müssten. Übernachten ist hier (im Moment) nicht erlaubt. Vielleicht kommen wir auf der Rückfahrt nochmal vorbei. Inshallah!

Jetzt ändert sich die Landschaft schlagartig. Die braune Steinwüste wird durch cremefarbigen Sand abgelöst. Ja, wir sind in der Sahara!

Wüste bis an die Strasse
Wüste bis an die Straße

Der Sand weht teilweise bis auf die Straße, ist aber meist nicht hoch und recht fest. Unser Lenkrad müssen wir als Frontantriebler natürlich an diesen Stellen gut festhalten! Jetzt kommt richtige Wüstenatmosphäre auf. Von anderen Wohnmobilisten hörten wir immer wieder wie öde die Strecke nach Dakhla ist. Für uns ist Sandwüste immer noch faszinierend und exotisch. Haben wir ja eben so nicht in Deutschland. Nach ein paar Kilometern können wir unser Glück kaum fassen: Die Straße wird etwas breiter und ist teilweise auf dem Niveau von bundesdeutschen Landstraßen. Okay, manchmal haben sie links und rechts nur etwas Straße drangekleckert und die Straßemitte ist etwas holprig. Aber auf jeden Fall ist mehr Platz zwischen unserem linken Außenspiegel und den uns entgegenkommenden LKWs und Bussen.
Circa 70 Kilometer nach der Khnifiss Lagune erreichen wir den jungen Campingplatz „Villa Bens“, 6 Kilometer vor Tarfaya (GPS: 27.952415 N, -12.868053 W). Hier ist alles noch im Entstehen. Der Empfang ist freundlich, Rezeption und Restaurant sind gemütlich. Die Duschen mit Münzeinwurf (10 Dirham für 10 Minuten) sind wunderschön gestaltet, sauber und groß. Eine Waschmaschinenfüllung (7kg) bekommt man hier für günstige 35 Dirham. Eine Nacht zzgl. Strom kostet 45 Dirham. Ab einer Woche Aufenthalt gibt es Ermäßigung. Der italienische Inhaber spricht gut englisch, seine marokkanische Frau gut französisch.

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Da der Campingplatz direkt an der N1 liegt, sind die Motoren der vorbeirasenden LKWs gut zu hören, leider auch in der Nacht.
Ach ja, das Internet: Mit dem Stick von Maroc Telecom ist die Verbindung sehr langsam (2G). Ich habe an unseren mobilen Router eine Mobilfunk-Richtantenne angeschlossen und Richtung Tarfaya ausgerichtet. Den Router habe ich fest auf „3G“ eingestellt und schon war die Internetleitung flott genug um Spaß zu machen.

Am nächsten Tag geht es 6 Kilometer weiter in die Stadt Tarfaya. Ein Radlader ist gerade dabei die Straße gerade vom Sand zu befreien.

Die Zufahrtsstraße nach Tarfaya wird vom Sand befreit.
Die Zufahrtsstraße nach Tarfaya wird vom Sand befreit.

In Tarfaya folgen wir dem Schild „Corniche“ zur Promenade. Dort parken wir in einer Seitenstraße. Von der Promenade aus hat man einen schönen Blick auf ein altes Gebäude im Meer, „Casa del Mar“ genannt.

Casa del Mare vor Tarfaya
Casa del Mar vor Tarfaya

Zu Fuß schlendern wir durch die Stadt und kaufen auf einem kleinem Gemüse-Souk (GPS: 27.939686 N, -12.924316 W) etwas ein. Als Fans des Buches „Der kleine Prinz“ (LINK) von Antoine de Saint-Exupéry (LINK) müssen wir auch das kleine Museum besuchen (GPS: 27.943945 N, -12.924976 W / 10DH Eintritt pro Person / Öffnungszeiten: 8.30 Uhr -16.30 Uhr). Saint-Exupéry hat in Tarfaya den Flughafen geleitet hat.

Kleines Mueseum über den Schriftsteller Saint-Exupery
Kleines Museum über den Schriftsteller Saint-Exupéry

Zwischen den Resten der spanischen Altstadt und der Promenade finden wir das Denkmal in Form eines historischen Flugzeuges, das an den weltberühmten Schriftsteller erinnert (GPS: 27.945004 N, -12.925396 W).

 Denkmal für Saint-Exupery
Denkmal für Saint-Exupéry

Unsere Afriqua-Gasflasche ist heute nun endgültig leer. Hier gibt es aber wieder nur die Sahara-Gasflaschen. Wir erfahren, dass man im Gaswerk von La Marsa (nahe Laayoune)  Gasflaschen nachfüllen lassen kann. Zum Glück haben wir noch Gas in unserer eigene Gastankflasche! Die schließen wir jetzt an.

Dann geht es weiter zum heutigen Schlafplatz: Vor dem Wrack der ehemaligen Fähre nach Fuerteventura „Assalama“ der Reederei „ARMAS“, neben einem Militärposten, parken wir unseren „blauen Kasten“ (GPS: 27.915857 N, -12.961178 W).

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In der Dämmerung kommt ein Soldat und holt unsere Fiches (persönliche Daten) und weist uns darauf hin, dass das Übernachten nur für eine Nacht erlaubt ist. Kein Problem – morgen soll es weiter gehen nach Foum el-Oued.

P.S.: Internet läuft hier super!

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