DIE PICOS DE EUROPA MIT DEM WOHNMOBIL: Poncebos und die Wanderung nach Bulnes

Nach den schönen Tagen an den Lagos de Covadonga, war unser nächstes Highlight in den Picos de Europa die Wanderung von Poncebos nach Bulnes. Anstrengend und spektakulär! Es ging 500 m in die Höhe und wieder hinunter auf etwa 4 km Wegstrecke.

Picos de Europa: Wanderung nach Bulnes

Dies ist der zweite Teil unserer Serie über die Picos de Europa.

Teil 1 mit vielen allgemeinen Tipps zu den Picos de Europa:

Den Tag vor der Wanderung haben wir an einem Picknickplatz vor dem Ort Benia de Onis hinter einem Besucherzentrum verbracht. Leider der gibt es hier ein Schild, dass die Übernachtung für Wohnmobile verbietet. Aber tagsüber war es schön ruhig.

GPS: 43.33740° N, 4.97525° W; Kartenlink, Übernachtung verboten, Wasserhahn vorhanden.

Picos de Europa:Wanderung nach Bulnes
Picknickplatz Asiegu

Zur Übernachtung sind wir dann auf einen anderen Picknickplatz vor Asiegu gefahren. Dieser ist bei Vans und Wohnmobilen sehr beliebt. Die Anfahrt von der Nationalstraße hoch zum Picknickplatz ist schmal und kurvig. Ohne Gegenverkehr aber kein Problem. Vom Picknickplatz gibt es eine superschöne Aussicht auf die 2 wichtigsten Gipfel der Picos de Europa: den höchsten = Torre de Cerredo und den bekanntesten = Naranjo de Bulnes bzw. Pico Urriellu (auf asturisch). Am Wochenende ist der Platz auch bei spanischen Familien beliebt, die den Tag hier verbringen.

GPS: 43.32276° N, 4.85733° W; Kartenlink

Picos de Europa: Naranjo de Bulnes und Cerredo
Ausblick auf den Naranjo de Bulnes (Mitte) und rechts auf den Torre de Cerredo
Hecktürausblick am Abend

Von hier sind wir am nächsten Morgen über Las Arenas nach Poncebos gefahren. Wieder sehr rechtzeitig um einen Parkplatz in Poncebos zu bekommen.

Inspiriert zu der Wanderung nach Bulnes wurden wir durch Mandyˋs Blog Moovin Groovin.

Die Wanderung nach Bulnes

  • die Wanderung spätestens um 7:30 beginnen, besser 30 Minuten früher
    • dann gibt es freie Parkplätze
    • weniger Menschen
    • es ist nicht so warm weil noch keine Sonne in der Schlucht, auch auf dem Rückweg, ist
    • es gibt genug Zeit zum Gucken und für Pausen
    • in Bulnes sind noch keine Touristengruppen oben, da die Zahnradbahn erst ab 10:30 Uhr fährt
  • Solltest du später als 8 Uhr anreisen und es schon alles vollgeparkt und abgesperrt ist, sag dem Aufpasser, der an der Strecke zum Wanderweg steht, dass du nach Sotres fahren möchtest. An der Straße nach Sotres kannst du dann hinter Poncebos noch parken und zurücklaufen.
  • Cafè und Snacks werden sowohl in Bulnes arriba als auch in Bulnes abajo angeboten
  • einen Wasserhahn findest du in Bulnes abajo.
Picos de Europa: Wanderung nach Bulnes
Der blaue Kasten am Beginn des Wanderwegs nach Bulnes

Parken in Poncebos

Geparkt haben wir fast direkt am Einstieg zur Wanderung nach Bulnes. Hier endet die Straße und beginnt auch die Wanderung durch die Cares Schlucht, die wir aber von Cain aus erkundet haben (der Bericht dazu kommt in einem späterem Teil). Die Stelle ist schmal und wir haben den blauen Kasten gleich gewendet um nachher ohne Probleme wegzufahren. Der Parkplatz der Standseilbahn in Poncebos ist geräumiger. Für beide Parkmöglichkeiten musst du früh anreisen um einen Platz zu ergattern. Alternativ kannst du am Straßenrand an der Straße vor Poncebos parken oder auf einem größeren Parkplatz ca. 2 km vorher.

Parkplatz am Wandereinstieg: GPS: 43.25442° N, 4.83685° W, Kartenlink

Parkplatz an der Standseilbahn: GPS: 43.25830° N, 4.83006° W; Kartenlink

Picos de Europa: Poncebos
Poncebos

Wir frühstücken erstmal ein gutes Müsli um genug Power für den Aufstieg zu haben. Die Schiebetür ist dabei perfekt auf den Wanderweg und die Schlucht ausgerichtet (Klick zum Bild vom #schiebetürdienstag).

Mit dem Wohnmobil durch die Picos de Europa
unser Parkplatz

Vorrausetzungen für die Wanderung nach Bulnes

Diese Stärkung ist auch dringend nötig, denn der Wanderweg hat es in sich. Auf dem Hinweg geht es permanent nach oben, größtenteils über Geröll und Steine. Trittsicherheit, eine gute Kondition und Schwindelfreiheit sind Vorraussetzung! Wir hatten etwas Angst vor dem Rückweg, weil wir dachten, dass wir beim Absteig mehr auf den Steinen rutschen würden aber das ging ganz gut. Beide Richtungen sind anstrengend.

der Wanderweg ist streckenweise steinig und geröllig

Standseilbahn Poncebos – Bulnes

Aber es führt bis zum Dorf auch eine Standseilbahn ab Poncebos durch den Berg. Von der Bergstation sind es noch ein paar Meter Aufstieg ins kleine Dorf Bulnes. Du kannst auch eine Strecke durch die tolle Schlucht wandern und eine Strecke mit der Standseilbahn fahren.

Bulnes

Das Dorf Bulnes teilt sich in 2 Bereiche: einen oberen (= Bulnes arriba) und einem unteren (= Bulnes abajo). Der Ort an sich ist nicht spektakulär aber niedlich: es gibt eine kleine Kirche und ein paar schmucke Steinhäuser. Ein Flüssschen rauscht hindurch mit einer hübschen Holzbrücke. Der Ort ist im Sommer auf den Wandertourismus ausgelegt mit Unterkünften und Restaurants. Wenn ich aber bedenke, dass die Standseilbahn erst 2001 eingerichtet wurde und bis dahin alles über diesen Weg hier hoch gebracht wurde, den wir grad gekommen sind, bin ich doch beeindruckt.

Meine ganz persönlichen Eindrücke von diesem Tag:

Tagebucheintrag vom 19.7.21

Ganz früh machen wir uns wieder auf den Weg. Wir haben am Picknickplatz geschlafen. Die Nacht zwischen Menschen, die im Kastenwagen mit Schiebetür unterwegs sind und nachts draußen auf Toilette gehen, ist nicht so ruhig. 6:45 Uhr ist Abfahrt. Wir fahren 12 km bis nach Poncebos. Schon die Anfahrt ab Las Arenas ist toll durch die Schlucht mit steil aufragenden schroffen Bergen. Beim Einstieg zu mehreren Wanderwegen endet die Straße, wir wenden und parken am Seitenrand. Nur wenige Pkws sind vor Ort und wir wenden lieber jetzt als wenn nachher alles voll ist. Wir essen erstmal Frühstück um gut gestärkt für die Wanderung zu sein, denn es geht bergauf. Die Ersten sind schon unterwegs. Sogar jemand der die Strecke läuft, also rennt….

ab hier gehtˋs los!

Wir gehen dann auch über den Fluss. Es geht stetig bergauf innerhalb der Schlucht. Der Untergrund ist schwierig, teils Geröll, teils Steine. Wir müssen gut aufpassen und dabei geht es immer in die Höhe. Es ist noch kühl und schattig, bald sind wir im Shirt aber zwischendurch ziehen wir uns auch wieder etwas an weil ein bisschen Wind weht und wir gut geschwitzt sind. Das schwierigste Stück kommt gleich zu Beginn für etwa 45 Minuten. Dann überwiegend flache Geröllwege oder Trampelpfade, welche schon angenehmer sind. Wir kommen dann an der Bergstation der Standseilbahn an, die durch den Berg führt. Die hat aber noch nicht offen, erst ab 10:30. Jetzt ist es neun. Dann geht es noch ein Stück bis zum Dorf Bulnes. Hier soll es so idyllisch sein, denn bis 2001 gab es nur diesen Pfad hier hoch. Jetzt eben per Standseilbahn. Allerdings arbeiten sie laut mit den Quads, die gerade so durch die Straßen passen, und das ist jetzt nicht so idyllisch. Wir treffen auf ein nur paar Wanderer, die große Touristenhorde kommt später. Es gibt ein Bulnes abajo (unten) und ein arriba (oben). Schauen wir uns beides an. Drumherum schroffe, hohe Berge. Den besseren Blick auf den Berg Bulnes selber, hatten wir übrigens vom Picknickplatz aus, wo wir übernachtet haben. Hier sind wir irgendwie zu nah oder der wird durch andere Berge verdeckt. Wir gehen dann denselben Weg wieder zurück. Wir hätten auch bei Bulnes arriba noch einen Kraxelpfad zum Wanderweg runtergehen können. Dies wäre kürzer aber eben kraxliger und das haben wir später eh noch. So gehen wir den längeren aber einfacheren Weg durch Bulnes abajo und vorbei an der Zahnradbahnstation.

Hier gehtˋs zurück

Der Weg runter ging dann einfacher als befürchtet. Zwar rutschen wir immer mal auf dem Geröll aber die großen Steine selber sind nicht so glatt wie befürchtet und die Sonne ist noch immer nicht unten im Flusstal angekommen. Allerdings kommen uns nun mehr Menschen entgegen, selbst mit kleinen Kinder, die sie hier hochkraxeln lassen. Für mich defintiv keine Kinderstrecke aber vielleicht sind die es gewohnt, weil es immer nur Wanderurlaub gibt? Bei manchen lässt das Schuhwerk etc. allerdings nicht darauf schließen. Viele werden wohl auch nur eine Strecke gehen und die Gegenrichtung mit der Zahnradbahn fahren. Wir sind froh gut wieder unten am blauen Kasten zu sein. Es ist 12 uhr und es ist heiß! Es gibt viele Spanier, die eine der Wanderungen von hier jetzt erst beginnen. Nö, das wär uns zu warm. Wir machen kurz Pause und fahren dann über Poncebos zurück. Ich muss noch Pylone aus dem Weg nehmen, denn den letzten Teil der Strecke haben sie inzwischen gesperrt. Und wir sehen mittlerweile sehr, sehr viele Autos am Straßenrand parken. Also besser früh da sein. Wir fahren wieder zum selben Picknickplatz wie gestern. Alle Vans sind weg. Mittags sind Spanier zur Mittagspause da und genießen die Aussicht. 2 weitere Wohnmobile kommen noch und eine Familie, die länger bleibt. Aber insgesamt okay hier.

Auch wenn die Wanderung anstrengend ist, war es ein superschönes Erlebnis. Freut Euch auf unsere nächsten Reiseberichte aus den Picos de Europa.

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