DIE PICOS DE EUROPA MIT DEM WOHNMOBIL: Ruta del Cares

In den Picos de Europa erwartet uns ein weiteres großes Highlight: wir wollen die Ruta del Cares wandern. Die Route ist wirklich fantastisch! Sie verläuft durch eine Schlucht entlang hoch aufragender Felswände. Auf der anderen Seite geht es steil bergab zum Fluss. Der Weg hat kaum Steigung und ist deswegen wohl sehr beliebt.

Fantastische Bergwelt im schönen wolkigen Sonnenlicht. Picos de Europa: Wanderweg Ruta del Cares

Die Schlucht des Cares ist schon wirklich sehr schön. Bis wir zur Wanderung fahren machen wir hier und da noch Pause mit der Hoffnung auf besseres Wetter, vor allem mehr Sicht. Die Straße führt von Potes hinauf in die Wolken auf einen Pass mit 1609m Höhe. Die Aussicht ist null. Als wir diesen Pass aber überwunden haben, geht uns im wahrsten Sinn ein Licht auf. Denn zack, auf einmal ist die Sonne da und wir haben wieder die allerbeste Aussicht auf die Berge.

Bei Portilla de la Reina biegen wir ab in Richtung Cain de Valdeon. Diese Strecke ist problemlos mit dem Wohnmobil befahrbar. Zwischendurch lohnt sich der Halt an einem sehr schönen Aussichtspunkt: GPS: 43.10713° N, 4.87679° W Kartenlink

Aussichtspunkt. Picos de Europa: Wanderweg Ruta del Cares
Fantastische Bergsicht am Aussichtspunkt

In Posada de Valdeon gibt es eine kostenpflichtigen Stellplatz (GPS: 43.15305° N, 4.91712° W). Denn ab hier (GPS: 43.15275° N, 4.91607° W) ist die schmale Straße für Wohnmobile gesperrt. Von Posada fahren die Busse bis zum Startpunkt der Wanderung in Cain.

Wir sind am Abend angereist und mit unserem Kastenwagen an Posada de Valdeon vorbei in Richtung Cain gefahren. Die Straße ab Posada de Valdeon ist schmal und wir haben Probleme mit Gegenverkehr. Wenn ein Auto entgegenkomment, muss zurückgefahren werden, bis eine Ausweichmöglichkeit besteht oder die Straße ein wenig breiter wird. Deswegen auf keinen Fall mit einem Auto, was größer als ein Kastenwagen ist, befahren. Die Busse nach Cain de Valdeon fahren bis ca. 17 Uhr, sodass der Verkehr dann abnimmt. Es ist gut danach oder früh am Morgen anzureisen.

Übernachtet haben wir am Parkplatz der Wolfsfalle.

GPS: 43.18345° N, 4.90357° W, Kartenlink

Am nächsten Morgen haben wir vor dem Ort Cain geparkt, hineingefahren sind wir nicht. Denn kurz vorher wird es durch hervorragende Felsen besonders eng. Im Ort haben wir aber kleine VW Busse gesehen, auch Kastenwagen und sogar 1 Wohnmobil.

Es gibt verschiedene Parkplätze und Parkmöglichkeiten in der Schlucht

Unser Parkplatz für die Wanderung: GPS: 43.20630° N, 4.90270° W . Hier gibt eingezeichnete Parkbuchten am Straßenrand (mit Wasserquelle). Nach rechts habt Ihr auch die Möglichkeit hinter Felsen auf einen kleinen Dreckplatz zu parken. Von hier sind es 1 km bis zum Einstieg der Wanderung: GPS: 43.21373° N, 4.90270° W, Kartenlink

Die Anreise. Picos de Europa: Wanderweg Ruta del Cares

Tipps für die Wanderung auf der Ruta del Cares in Kurzform:

  • pro Person 1 Taschenlampe da dunkle Felsentunnel, manche länger, feucht, niedrig > auf den Kopf aufpassen!
  • 12km eine Strecke, Hin & Rück also 24km (wir wandern davon 9km, also gesamt 18km)
  • verbindet die Orte Cain und Poncebos miteinander. Mit dem Auto liegen die beiden Orte 110 km auseinander.
  • kein Rundwanderweg
  • geringe Steigungen / Gefälle bis kurz vor dem „Blumentopf“. Dort Anstieg bis Los Cellos. 2 km vor Poncebos geht es runter.
  • Guter Umkehrpunkt um Steigungen auszuschließen ist unterhalb vom „Blumentopf“ – (GPS: 43.25353° N, 4.86282° W) denn der Anstieg und der folgende Weg lohnen sich nicht wirklich.
  • gute Schuhe
  • Trittsicherheit
  • Untergrund steinig, mal geröllig, felsig
  • enge Wege
  • eine Seite Felsen und Kanal, andere Seite steiler Abfall zum Fluss
  • nur 1 Quelle für Trinkwasser GPS: 43.22717° N, 4.89468° W
  • 3 Brücken
  • Tunnel am Streckenabschnitt bei Cain
  • ab 10 Uhr Gegenverkehr, mittags weniger

Dass wir konträr zum spanischen Tagesablauf sind, merken wir am Wanderweg. Es ist 8:30, also nicht wirklich früh. Wir haben den berühmten und meist besuchten Wanderweg in den Picos de Europa ganz für uns. Erst einmal. Wir haben heute vorher gut gefrühstückt, denn wir sind ja lange unterwegs. Durch den kleinen Ort Cain hindurch geht es zum Wanderweg, der am Fluss entlang und durch eine Schlucht verläuft. Zuerst kommen wir an ein Staubecken. Gleich dahinter beginnen die durch in den Felsen gehauenen Tunnel. Stellenweise ist es nass, Sven stößt sich den Kopf an der Decke. Eine Taschenlampe hilft hier weiter. Schon echt besonders. Der 12 km lange Weg wurde ab 1916 zur Versorgung eines Wasserkraftwerkes angelegt von Männern, Frauen und Kindern. Eine ganz schön harte Arbeit.

Wir haben also rechts den Fluss, daneben den Weg und links leicht über uns den Kanal. Dieser führt stellenweise auch direkt durch den Felsen als Tunnel und ist nicht immer sichtbar. Heute wird der Weg fast nur noch zum Vergüngen genutzt. Natürlich auch weiterhin zur Kanalpflege, da werden wohl immer mal Erdrutsche zu beseitigen sein. Über ein paar Brücken wechseln wir immer wieder die Seite. Die Schlucht ist eng, die Berge ragen steil nach oben. Die Wolken verdecken die Bergspitzen und werden dichter je weiter wir in die Schlucht vordringen. Nach etwa 2 Stunden haben wir Gegenverkehr von Menschen, die den Weg ab Poncebos gehenDa waren wir schon. Von dort ist aber zuerst ein nicht unerheblicher Anstieg über 2 km zu bewältigen, den wir uns sparen. Zumal die Schlucht hier auch weiter ist und nicht mehr so reizvoll wirkt. (Dafür ist die Anreise mit dem Wohmobil nach Poncebos einfacher, siehe Reisebericht). Jedenfalls stört der Gegenverkehr ein bisschen auf dem schmalen Weg aber es war ja klar, dass wir nicht allein bleiben. Wir merken richtig, dass da Busladungen kommen.

Irgendwann stehen wir wohl am höchsten Punkt nach kurzem Anstieg. Von der anderen Seite kommen die Wanderer japsend nach oben und müssen hier erst einmal Pause machen. Kurzer Check: noch 2 km bis Poncebos, wir haben also 9 km hinter uns und drehen um. Auf dem Rückweg gibt es dann weniger Gegenverkehr. Die Menschen machen wohl alle Mittagspause in Cain? Im letzten Abschnitt des Rückweges kommen wir auch wieder in den Teil mit blauem Himmel. Durch die Tunnel wieder zum Staubecken. In Cain sind die Restaurants jetzt sehr gut besucht. Wir haben es noch 1 km bis zum blauen Kasten. Das schaffen wir noch! Wir sind dann mal fertig nach 5,5 Stunden wandern.

Ruta del Cares in den Picos de Europa

Nach einer ausgiebigen Mittagspause machen wir den blauen Kasten wieder startklar und fahren dieselbe Strecke nach Portilla de la Reina. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum großen Riano Stausee.

Smaragdechse, Picos de Europa: Wanderweg Ruta del Cares
Hier war wohl der Weg zum nächsten Mülleimer zu weit… „Diese Menschen“ wird sich die Smaragdechse wohl denken.

Tagebucheintrag vom 28.7.21

Da wir noch eine Schluchtenwanderung vorhaben und das Wetter die nächsten 2 Tage okay ist (was Wolkendichte angeht) und ab Freitag wieder schlechter, sind wir am Nachmittag gen Westen weiter gefahren. Erstmal hoch kurvig bis auf 1600m und mit fetten Wolken ohne Sicht auf Berge. An unserem Platz war es noch schön warm, hier oben nicht mehr. Brr. Den Pass auf der anderen Seite wieder runter und zack, Schalter umgelegt, strahlend blauer Himmel und Weitsicht! Blauen Himmel hatten wir schon lange nicht! Bei Portilla de la Reina biegen wir ab Richtung Berge. An einem tollen Aussichtspunkt mit grandioser Sicht staunen wir über die Schönheit der schroffen hohen Berge. Wir fahren weiter an Posada de Valdeon vorbei. Ab jetzt wird die Straße eng, ist auch für Wohnmobile gesperrt (wir sind ja nur ein Van), ist so 1,5 spurig. Den Bus passen wir ab als wir grad an einer Quelle 4 Kanister Wasser mitnehmen. Das schlimmste ist also geschafft. Parken tun wir etwa 4 km vor dem Ort Cain. Und 3km vor dem Parkplatz, wo wir morgen früh parken wollen und wo es kein Internet gibt. Auf unserem Parkplatz bei einer Wolfsfalle, Quelle und Picknick kommt aber noch etwas Internetleitung vom Ort an und die nutzen wir. Und wir sind die einzigen, die hier parken. Was uns stutzig werden lässt, ob wir das richtig machen und nicht doch direkt vor Cain parken sollten. Aber das werden wir morgen früh erfahren wenn wir dort hinfahren….

Picos de Europa: Wanderweg Ruta del Cares

Tagebucheintrag vom 29.7.21

Der Tag beginnt früh, also normales Aufstehen soweit außer dass ich 20 Minuten zu früh wach werde und halt eben aufstehe. Alles fertig machen, Sven wecken, los fahren. 3 km Richtung Cain. Na, ist noch Parkplatz frei? Erste Parknische ja, schon mal gemerkt. Nächster Seitenstreifen ist alles frei. Und auch noch mehr. Völlig umsonst gesorgt. Wo sind die denn alle hin, die gestern noch an uns vorbei gefahren sind? Die stehen alle im Ort auf Wiesen und in engen Straßen. Selbst 2 ganz normale kleine Wohnmobile, für die die Einfahrt eigentlich verboten ist. Mit gutem Grund: die Straße ist schmal und wir haben Probleme mit Gegenverkehr. Der PKW muss wieder zurück fahren bis es etwas breiter ist. Wir parken vorm Ort und gehen durch das kleine Cain hindurch, der Wanderweg geht am Fluss entlang und durch eine Schlucht. Als wir 9 km hinter uns haben, drehen wir um. Pause haben wir auch schon gemacht und machen die an selber Stelle gleich noch mal ;). Wir sehen auch noch eine große Echse. Die Schlucht ist schon wirklich sehr schön. Um halb zwei sind wir raus, noch 1km bis zum Auto. Und ja, alles voll in Cain. Wir fahren die 3km wieder zum Übernachtungspaltz, denn hier gibt es Schatten. Der Platz ist jetzt schon nicht mehr so ruhig wie gestern Abend, denn hier halten alle kleinen Ausflugsbusse und Jeeps mit Gruppen drin um die Wolfsfalle zu zeigen. Das ist uns aber grad geal, wir essen draußen und halten Mittagsschlaf drinnen auch bei Unruhe. Noch Kaffee trinken und fahren. Den gleichen Weg zurück und dann nach rechts auf die Nationalstraße und sind nach knapp 50km an einem großen Stausee. Berge am Horizont. Noch ein weiterer Kastenwagen weiter weg. Es ist windig. Die Landstraße ist nah und der Boden ist staubig. Aber für heute ist es super und im Vergleich zu den letzten Tagen sowieso.

Wir sind nun raus aus den Picos de Europa. Es waren wundervolle Wochen in schönster Berglandschaft! Wir möchten den Nationalpark auf jeden Fall noch einmal bereisen. Vielleicht im Juni außerhalb der Ferien. Wenn nicht so viele Menschen unterwegs sind aber wahrscheinlich doch die Sonne scheint.

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2 Gedanken zu „DIE PICOS DE EUROPA MIT DEM WOHNMOBIL: Ruta del Cares“

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